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Pflegegrad
8 Min Lesezeit
•22. Juni 2026

Pflegegrad beantragen: Der komplette Leitfaden für Angehörige (2026)

Der Antrag auf einen Pflegegrad ist der erste Schritt zu wichtigen Leistungen. Hier erfahren Sie, wie Sie den Antrag richtig stellen.

Pflegedienst Kolbe
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Pflegegrad beantragen: Der komplette Leitfaden für Angehörige (2026)

Pflegegrad beantragen: Warum es sich lohnt, schnell zu handeln

Ein anerkannter Pflegegrad ist der Schlüssel zu wichtigen Leistungen der Pflegeversicherung: Pflegegeld, Sachleistungen, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Entlastungsbetrag und vieles mehr.

Das Wichtigste: Leistungen werden rückwirkend ab Antragsdatum gewährt – je früher Sie den Antrag stellen, desto früher fliesst das Geld.

Schritt 1: Den Antrag stellen

Den Pflegegrad beantragen Sie bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person. Der Antrag ist formlos möglich:

  • Telefonisch: Rufen Sie die Service-Hotline Ihrer Krankenkasse an
  • Per Brief/E-Mail: Ein kurzes Schreiben mit Name, Versichertennummer und dem Satz „Hiermit beantrage ich Leistungen der Pflegeversicherung“ reicht aus
  • Online: Viele Kassen bieten mittlerweile ein Online-Portal

Tipp: Notieren Sie sich das Datum des Antrags! Ab diesem Tag haben Sie Anspruch auf Leistungen.

Schritt 2: Die MDK-Begutachtung

Nach Eingang des Antrags beauftragt die Pflegekasse den MDK (Medizinischer Dienst) mit einer Begutachtung. Ein Gutachter besucht die pflegebedürftige Person zu Hause und bewertet die Selbstständigkeit in sechs Bereichen:

BereichGewichtungBeispiele
1. Mobilität10%Treppensteigen, Aufstehen, Fortbewegen
2. Kognitive Fähigkeiten15%Orientierung, Erkennen von Personen
3. Verhaltensweisen15%Aggressivität, Unruhe, Ängste
4. Selbstversorgung40%Waschen, Anziehen, Essen, Trinken
5. Krankheitsbewältigung20%Medikamente, Arztbesuche, Verbände
6. Alltagsgestaltung15%Tagesablauf, Kontakte, Beschäftigung

Schritt 3: Der Bescheid

Innerhalb von 25 Arbeitstagen muss die Pflegekasse eine Entscheidung treffen. Sie erhalten einen schriftlichen Bescheid mit dem zuerkannten Pflegegrad, dem MDK-Gutachten und einer Übersicht der Leistungen.

Tipps für eine erfolgreiche Begutachtung

Vor der Begutachtung

  • Pflegetagebuch führen: Dokumentieren Sie mindestens 2 Wochen lang, welche Hilfe täglich benötigt wird
  • Arztberichte sammeln: Aktuelle Diagnosen, Medikamentenlisten und Krankenhausberichte bereitlegen
  • Realistisch bleiben: Schildern Sie die Situation so, wie sie wirklich ist – nicht wie an einem guten Tag

Während der Begutachtung

  • Angehörige anwesend: Ein Angehöriger sollte beim Termin dabei sein
  • Nichts beschönigen: Viele Betroffene neigen dazu, sich besser darzustellen als sie sich fühlen
  • Alle Einschränkungen nennen: Auch kognitive Einschränkungen, nächtliche Unruhe oder Inkontinenz gehören dazu

Widerspruch einlegen

Wenn Sie mit der Einstufung nicht einverstanden sind, können Sie innerhalb von einem Monat schriftlich Widerspruch einlegen. Statistik: Rund 40% aller Widersprüche sind erfolgreich!

Nach dem Pflegegrad: Beratungseinsatz nicht vergessen

Sobald Sie einen Pflegegrad erhalten und Pflegegeld beziehen, ist der Beratungseinsatz nach §37.3 SGB XI verpflichtend. Bei Beratungseinsatz.online können Sie Ihren Termin bequem online buchen – kostenlos und von allen Kassen anerkannt.

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